Hilfe bei manisch-depressiver Erkrankung

Die manisch-depressive Erkrankung wird auch als bipolare affektive Störung bezeichnet. Sie ist gekennzeichnet durch einen episodenhaften Verlauf manischer, depressiver, hypomanischer und gemischter Phasen.

Die Erkrankung ist verbunden mit einem veränderten Hirnstoffwechsel und kann u.a. wegen des erhöhten Suizidrisikos und der sozialen Folgen extremer Stimmungsschwankungen und möglicher Fehlentscheidungen für den Betroffenen gefährlich werden. Wichtig ist deshalb eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.

Bei der Entstehung einer bipolaren Störung spielen wahrscheinlich genetische Voraussetzungen (Prädisposition) in Verbindung mit auslösenden Umweltfaktoren eine Rolle.

In diesem Zusammenhang zu nennen sind besonders

  • traumatische Ereignisse: z.B. Trennung oder Verlust eines Angehörigen, Mobbing oder Jobverlust, Misshandlungen, sexueller Missbrauch, einschneidende angstauslösende Veränderungen
  • körperlicher Stress: z.B. unregelmäßiger Schlafrhythmus oder Schlafmangel, Überarbeitung, übermäßiger Alkohol- und anderweitiger Drogenkonsum
  • psychosozialer Stress: z.B. familiäre oder berufliche Konflikte.

Manische Phase - Symptome

Charakteristisch für die manische Phase ist eine deutlich gehobene (euphorische), expansive oder gereizte Stimmung, die mindestens eine Woche andauert. Mindestens drei weitere Symptome:

  • gesteigerte Aktivität und motorische Ruhelosigkeit
  • gesteigerter Mitteilungsdrang
  • vermindertes Schlafbedürfnis
  • Ideenflucht (Gedankenrasen)
  • vermehrte Ablenkbarkeit und Sprunghaftigkeit
  • vermindertes Risikobewusstsein
  • überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenwahn
  • gesteigerte Libido
  • Verlust normaler sozialer Hemmungen mit unangemessenem Verhalten

Depressive Phase - Symptome

Charakteristisch für die depressive Phase ist eine gedrückte Stimmung und verminderter Antrieb.

Weitere Symptome können sein:

  • Gefühl von Traurigkeit und Leere
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • verminderter oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung
  • Schlafstörungen
  • Gefühl der Erschöpfung
  • Denk- oder Konzentrationsschwäche, Entscheidungsunfähigkeit
  • psychomotorische Störungen, z.B. langsamere Bewegungen oder Nervosität
  • Suizidgedanken oder -handlungen

Hypomanische Phase - Symptome

Die hypomanische Phase ist eine stark abgeschwächte Form der manischen Phase mit bereits deutlich erhöhtem Antriebs- oder Stimmungsausschlag verglichen mit dem Normalzustand.

Neben möglichen Symptomen der manischen Phase in geringerer Ausprägung kommt es zu übertriebenem Verhalten bei Vergnügungen ohne Bedenken der Konsequenzen, z.B. Kaufrausch, sexuelle Abenteuer, leichtsinnige Unternehmungen jeglicher Art.

Gemischte Phase - Symptome

In dieser Episode treten sowohl Symptome der Manie als auch der Depression auf. Beispiel ist ein gesteigerter Antrieb bei depressiver Grundstimmung.

Manisch-depressive Erkrankung - Diagnose und Behandlung

Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Phasen und es gibt unterschiedliche Verlaufsformen. Deshalb kommt es bei der Diagnose häufig zur Verwechslung mit anderen Krankheitsbildern. Oft müssen erst mehrere Phasen durchlaufen werden, bevor eine eindeutige Diagnose gestellt wird.

Sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist die Einsicht in die eigene Erkrankung. Dann können ein persönliches Frühwarnsystem und gegensteuernde Strategien, wie z.B. Tagebuch, entwickelt werden, um nicht in extreme Phasen zu geraten.

Eine individuelle kognitive Verhaltenstherapie ist sinnvoll. In vielen Fällen ist zusätzlich eine medikamentöse Behandlung notwendig oder anzuraten, um in krankhaften Phasen den Hirnstoffwechsel zu regulieren oder in Phasen des Normalzustands mit Stimmungsstabilisierern vorzubeugen.

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