Hilfe bei Depressionen

Depressionen können als Folge außergewöhnlicher oder langanhaltender körperlicher und seelischer Belastungen auftreten. Solche Lebensphasen können beispielsweise geprägt sein durch Trauer, Sinnkrisen, Selbstwertprobleme, Schlafstörungen, Mobbing, Burn-Out-Syndrom oder die persönliche Vergangenheitsbewältigung.

Psychologische Erklärungsmodelle sind u.a.:

  • Verstärkertheorie: zu wenige positive Verstärker im Alltag (positive Erlebnisse), Aufrechterhaltung der Depression durch Zuwendung von anderen Menschen und mangelnde eigene Handlungsmöglichkeiten sowie fehlende eigene Kommunikationsformen.
  • Kognitionstheorie: das Denken von Depressiven ist einseitig, willkürlich, selektiv und übertrieben negativ. Auslöser sind u.a. negative Erfahrungen, Verluste. Durch belastende Situationen wird eine "nach unten gerichtete Spirale" verstärkt.
  • Multifaktorielles Entstehungsmodell: zusätzlich zu den fehlenden Verstärkern über Verhalten und Gedanken besteht eine Wechselwirkung zwischen allen Faktoren, z.B. Zunahme der Selbstaufmerksamkeit, persönliche Bedingungen, Immunitäten, usw.

Ursachen einer Depression können auch chronische Erkrankungen sein, z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Krebserkrankungen. Ebenso kommen bestimmte Medikamente sowie genetische, hormonelle und neurobiologische Faktoren als Auslöser in Betracht.

In Deutschland leiden viele Menschen im Herbst und Winter an einer saisonalen Form der Depression, verursacht durch Lichtentzug in der dunklen Jahreszeit.

Depression - Symptome

Die Depression ist eine Erkrankung mit einem vielfältigen Erscheinungsbild.

Die Hauptcharakteristika einer Depression sind eine gedrückte traurige Stimmung, der Verlust von Interessen und Freude sowie ein verminderter Antrieb und eine gesteigerte Ermüdbarkeit.

Weitere typische Anzeichen können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein, z.B.:

  • vermehrte Reizbarkeit
  • Verlust des Selbstvertrauens oder Selbstwertgefühls
  • Selbstvorwürfe oder unangemessene Schuldgefühle
  • vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen
  • sozialer Rückzug
  • psychomotorische Hemmung (langsamere Bewegungen) oder Unruhe (Nervosität, „zappelig“)
  • Schlafstörungen, z.B. Früherwachen, Morgentief
  • verminderter oder gesteigerter Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung
  • Libidoverlust (verminderte Lust auf Sexualität)
  • mangelnde emotionale Reaktionsfähigkeit
  • Suizidgedanken oder -handlungen

Depression - Diagnose und Behandlung

Die Feststellung einer Depression und ihres Schweregrads richtet sich nach Anzahl und Dauer (mindestens zwei Wochen) der aufgetretenen Symptome. Nach diesem klinischen Befund richtet sich dann auch die Behandlung mit verschiedenen Therapiemaßnahmen.

Grundlage der Behandlung ist in jedem Fall die Vertrauensbasis zur Therapeutin.

Es werden alle Therapieschritte mit der Psychotherapeutin besprochen. Wichtig können u.a. sein: angenehme Aktivitäten aufbauen mit Tages- und Wochenplan, soziale Kompetenzsteigerung (z.B. Umgang mit Konflikten, Steigerung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung), Entdecken negativer Gedanken, Alternativen finden, Tagesprotokolle, Stabilisierung: Vorbereitung auf Krisen, Anwendung im Alltag).

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